Auswahl eines Spieltisches

In den meisten Kasinos gibt es viele verschiedene Blackjack-Spieltische, und es liegt eine Menge Aberglaube in der Annahme, dass die Auswahl des „richtigen“ Spieltisches die Gewinnchancen erhöht. So lange das Spiel nach denselben Regeln und mit derselben Anzahl von Kartenspielen gespielt wird, kommt es zu keinen statistischen Abweichungen (es sei denn, man zählt die Karten und wartet auf eine Gelegenheit zum Einsteigen). Es gilt jedoch einige Dinge zu beachten, bevor man sich an einen Spieltisch setzt:

Tischlimits

Am wichtigsten ist, einen Tisch zu finden, der passende Limits anbietet. An jedem Tisch wird (in der Regel zur Rechten des Dealers) der Mindest- und Höchsteinsatz des Spieltisches ausgeschrieben.

In der Regel werden Mindesteinsätze in Schritten von 5, 10, 25 und 100 USD festgelegt, wobei der Höchsteinsatz ein 1.000-faches des Mindesteinsatzes ist. Zu ruhigen Zeiten in der Nebensaison findet man Spieltische, an denen man für weniger spielen kann. Die meisten Kasinos verfügen außerdem über Spieltische mit hohen Limits für Spieler, die mit Einsätzen zwischen 500 und 10.000 USD pro Hand spielen.

Ein Spieler sollte einen Spieltisch auswählen, an dem er sich das Spielen leisten kann. Man sollte daher wissen, wie viel man pro Hand einzusetzen bereit ist. Falls man eine Entscheidungshilfe benötigt: Man teile die Summe, die man für die gesamte Sitzung ausgeben möchte, durch 20. Dies sollte in etwa den Einsatz pro Hand ergeben. Ein Einstieg mit einem 20-fachen des Einsatzes bietet ein gutes Polster, falls man Hände in Folge verliert.

Erfahrenere Spieler – besonders solche, die ihre Einsätze variieren möchten (sei es durch das Zählen von Karten oder durch ein Einsatzsystem) – werden ihre Limits je nach System oder Technik anpassen. Jemand, der Karten zählt, wird beispielsweise einen Tisch auswählen, an dem die Limits unter seinem durchschnittlichen Einsatz liegen, sodass er die Einsätze verringern kann, wenn das Kartenspiel gegen ihn läuft.

Regeln des Spieltisches

Nicht einmal im selben Kasino gelten an allen Spieltischen dieselben Spielregeln. Es können Spieltische mit per Hand gegebenen und per Kartenschlitten gegebenen Spielen vorhanden sein, die wiederum alle nach eigenen Regeln spielen. Es kam sogar bereits vor, dass Kasinos unterschiedliche Spielregeln an Spieltischen mit unterschiedlichen Limits anwenden, um den Gewinn von den High Rollern zu erhöhen oder die Low Roller zu ermutigen, an einen Spieltisch mit höheren Limits zu gehen, um ein faireres Spiel zu erhalten.

Es ist besonders wichtig, die Anzahl an Kartenspielen zu beachten und herauszufinden, ob der Dealer auf einer Soft 17 weitere Karten kaufen kann oder nicht mehr darf, da dies die Auswahl der Strategietabelle beeinflusst. Falls eine Strategie mit mehreren Kartenspielen verinnerlicht wurde, verschlechtert sich das Ergebnis bei einem Spiel mit nur einem Kartenspiel und umgekehrt. Dasselbe gilt für das Kaufen bzw. Stehenbleiben bei einer Soft 17. Einfach ausgedrückt sollte man nicht an einem Spieltisch sitzen, wenn man sich nicht absolut sicher ist, wie man spielen möchte.

Letztendlich sollte der Spieltisch gewählt werden, an denen die Regeln für den Spieler am vorteilhaftesten sind – also wo Aufgeben, Verdoppeln bei allen zwei Karten und Verdoppeln nach dem Teilen erlaubt ist. Sollten dazu weitere Vorteile wie das späte Verdoppeln oder Aufgeben, das Kaufen zusätzlicher Karten bei geteilten Assen usw. hinzukommen, umso besser.

Die Spieler

Nachdem alle Kriterien in Betracht gezogen wurden, kann es nicht schaden, die Spieler an einigen unterschiedlichen Tischen zu beobachten, bevor man sich für einen Einstieg entscheidet. Es existieren abergläubische Weisheiten über den Einfluss, den Spieler als Gruppe auf die Gewinnchancen eines jeden einzelnen Spielers haben kann – zum Besseren wie zum Schlechteren. Keine davon entsprechen der Wahrheit. In erster Linie sollte man die Spielergruppe an einem bestimmten Spieltisch aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel betrachten: Handelt es sich um Spieler, in deren Gesellschaft man sich für ein paar Stunden aufhalten möchte?

In erster Linie sollte man Ablenkungen vermeiden. Man muss zwar nicht unbedingt nach einer Gruppe von Stoikern suchen, doch übermäßig ausgelassene oder aufdringliche Spieler können das Konzentrationsvermögen beeinträchtigen und dazu führen, dass man sich verzählt oder beim Anwenden oder Abwägen der Strategien Fehler macht.

Der Dealer

Außerdem schadet es nicht, den Dealer zu beobachten. Anfänger tun gut daran, einen Dealer zu finden, der die Karten in einer mäßigen Geschwindigkeit gibt, die Gesamtzahl der Spielerhände beim Geben ausruft, und (falls er von der Spielbank die Erlaubnis hat) dazu bereit ist, den Spielern in schwierigen Situationen Tipps oder zumindest Fingerzeige zu geben.

Da Dealer in 30-minütigen Schichten arbeiten und einige Spielbanken die Dealer von Tisch zu Tisch durchwechseln, wird auch der Dealer, für den man sich entschieden hat, früher oder später den Spieltisch verlassen und nicht dorthin zurückkehren. Unter keinen Umständen sollten Sie einem Dealer von Spieltisch zu Spieltisch folgen. Die effektivste Form des Betrugs ist eine Absprache zwischen Dealer und Spieler. Daher bringt ein Spieler, der einem bestimmten Dealer nachläuft, unweigerlich beide in Verdacht.

Platzwahl

Die Platzwahl hat nicht nur Auswirkungen auf den Ausgang des Spiels. Anfängern sei darüber hinaus geraten, den letzten Platz auf der linken Seite (die sogenannte „third base“) zu meiden. Ein häufiger Aberglaube besagt, dass der Spieler auf diesem Platz den Ausgang des Spiels für alle anderen Spieler beeinflussen kann. Wenn ein Spieler auf diesem Platz eine zusätzliche Karte kauft, obwohl er laut Basic Strategy hätte stehenbleiben sollen, oder umgekehrt stehenbleibt, obwohl er hätte kaufen sollen, hat der Spieler den Tisch „verflucht“. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Karte, die er gekauft hat (oder dies versäumt hat), dazu geführt hätte, dass der Dealer sich überkauft. Obwohl dies weder Hand noch Fuß hat, scheint es sich dabei um eine weit verbreitete Ansicht zu handeln. Ein Anfänger, für den diese Situation ohnehin sehr ungewohnt ist, wird sich unter den bösen Blicken der anderen Spieler noch viel unwohler fühlen.