Betrug in Kasinos

Ein Betrug durch physische Kasinos kommt nur äußerst selten vor, vorwiegend deshalb, da die Strafen an den meisten Standorten verheerend sind. Die meisten Glücksspielkommissionen behalten die Kasinos im Auge und zögern nicht, Lizenzen zu entziehen und strafrechtliche Verfahren gegen beteiligte Einzelpersonen einzuleiten. Mit anderen Worten erzielen Kasinos auf legitime Art und Weise durch den Vorteil der Spielbank, der in jedes angebotene Spiel integriert ist, haushohe Gewinne. Das Risiko lohnt sich daher einfach nicht.

Es kann jedoch einige Mitarbeiter geben, die Spieler betrügen. An manchen Standorten wird das Glücksspiel darüber hinaus unzureichend reguliert oder überwacht (Kreuzschiffe haben da einen ganz schlechten Ruf). Aus diesem Grund lohnt es sich, über einige Techniken Bescheid zu wissen, die zum Nachteil der Spieler eingesetzt werden können. Natürlich können diese Techniken auch auf der anderen Seite des Spieltisches angewendet werden, doch ein Betrug auf Seiten des Spielers ist aus denselben Gründen (schwere zivile und strafrechtliche Strafen) keineswegs zu empfehlen.

Die wirkungsvollste Methode für ein Kasino, einen Spieler zu betrügen, ist die Manipulation der Spielausstattung – insbesondere das Kartenspiel. Das Entfernen von einer oder mehrerer Karten mit Zehnerwerten kann den Vorteil der Spielbank drastisch erhöhen, und nur wenige Spieler werden den Unterschied zwischen einem Kartenspiel mit 52 Karten und einem Kartenspiel mit 48 Karten bemerken. Es würde wohl sogar unbemerkt bleiben, wenn ein halbes Kartenspiel aus einem Kartenschlitten mit acht Kartenspielen entfernt würde. Alternativ dazu kann es sich verheerend auf die Spieler auswirken, wenn anstatt des Entfernens von Karten mit hohen Werten dem Spiel Karten mit niedrigen Werten (insbesondere Fünfer und Sechser) hinzugefügt werden. Dieselbe Technik kann auf Seiten des Spielers angewendet werden, doch es erfordert schon eine enorme Geschicklichkeit, Karten hinzuzufügen oder verschwinden zu lassen, wenn der Dealer die Hand am Ende einer jeden Runde einsammelt, ohne dabei vom Dealer, vom Pit Boss oder von den Kameras entdeckt zu werden. Des Weiteren werden die Karten inspiziert, sobald sie aus dem Spiel genommen werden. Ein Betrüger unter den Spielern würde so in jedem Fall auffliegen, und man würde versuchen, auf den Videobändern seine Identität festzustellen.

Außerdem ist es recht einfach für Dealer, bei per Hand gegebenen Spielen das Kartenspiel zu manipulieren, indem Karten in einer bestimmten Reihenfolge aufgesammelt werden (zuerst hohe, dann niedrige Hände ergeben mehr überkaufte Hände), falsch gemischt wird oder die gegebenen Karten manipuliert werden. Mit Übung ist es möglich, die Karten so zu manipulieren, dass sie in einer bestimmten gewünschten Reihenfolge auftauchen. Mit Fingerspitzengefühl können Karten gegeben werden, die nicht obenauf liegen („double deal“). Bei per Kartenschlitten („Show“) gegebenen Spielen können sogenannte „holdout shoes“ verwendet werden, mit denen der Dealer den Wert der nächsten Karte (mithilfe von Spiegel und Prisma) sehen und stattdessen die dahinterliegende Karte geben kann. Jede dieser Techniken kann angewendet werden, um den Spielern eine Niederlage zu verpassen, und keine davon eignet sich für die andere Seite des Spieltisches, es sei denn, der Dealer arbeitet mit einem Spieler zusammen, um die Spielbank zu betrügen.

Markierte Karten können zum Vorteil sowohl der Spielbank als auch des Spielers eingesetzt werden, wobei der größere Vorteil bei der Spielbank liegt, da diese die Ausstattung kontrolliert. Spieler müssen in der Regel auf visuelle Signale wie Flecken, Klicke, Markierungen oder kleine Risse auf der Karte zurückgreifen, während die Spielbank auch fühlbare Signale wie z. B. Karten mit einer kleinen, für das bloße Auge nicht erkennbaren Einbuchtung verwenden kann, die vom Dealer gefühlt werden. Die Markierungen verraten den Wert von noch nicht gegebenen Karten. Dies kann sowohl Spielern (Vorhersage der nächsten angeforderten Karte) als auch der Spielbank (zusammen mit „double dealing“) zu immensen Vorteilen verhelfen. Die Inspektion der Karten am Ende des Kasinotages macht dies zumindest für Spieler zu einer gefährlichen Angelegenheit.

Mit Fingerspitzengefühl können auf beiden Seiten des Spieltisches Karten ausgetauscht werden, die noch nicht aufgedeckt wurden, wie z. B. die Lochkarte des Dealers oder eine beliebige Karte des Spielers in einem per Hand gegebenen Spiel. Eine der häufigsten Methoden für einen Betrug auf Seiten des Spielers ist das neue Anordnen von zwei oder mehreren Händen untereinander. In dieser Hinsicht hat der Spieler einen bedeutenden Nachteil: ihm gilt die volle Aufmerksamkeit der Spielbank, und die ist hauptsächlich darauf ausgerichtet, solche Betrügereien aufzudecken. Der Spieler selbst hat hingegen nur ein Paar Augen, mit denen der Dealer beobachtet werden muss.

Weitere Betrügereien, die in der Regeln nur auf Seiten der Spieler angewendet werden, sind das Hinzufügen oder Entfernen von Jetons, nachdem die Karten gegeben wurden, was wohl der Grund dafür ist, dass Kasinos so paranoid in Hinblick auf Spieler sind, die im Laufe des Spiels ihre Jetons berühren. Ein Spieler kann außerdem versuchen, die Lochkarte des Dealers zu erspähen – der Platz zur Rechten des Dealers in einem per Hand gegeben Spiel und der Platz zur Linken des Dealers in einem per Kartenschlitten gegebenen Spiel eignet sich am besten für ein (versehentliches oder beabsichtigtes) Erspähen der Lochkarte, wenn diese aus dem Kartenspiel genommen wird. Die meisten Pit Bosse werden Spieler außerdem darauf ansprechen, wenn diese reflektierende Gegenstände (wie z. B. Kosmetikspiegel oder Feuerzeuge aus Metall) auf eine Spieloberfläche legen.

Die unauffälligsten Spielerbetrügereien erfordern ein Team aus Spielern, die sich gegenseitig Zeichen geben. Obwohl Zeichen geben in allen Kasinos strengstens untersagt ist, ist es recht leicht, ein unaufdringliches Zeichensystem zu entwickeln, dass unerkannt bleibt. Zwei Spieler, die an gegenüberliegenden Enden der Gruppe von Spieltischen sitzen, können anderen leicht signalisieren, dass sie die Lochkarte des Dealers gesehen haben. Diese Technik konnte früher auf einfache Art und Weise von Spielern angewendet werden, die hinter dem Dealer saßen, doch der Einsatz von Spiegeln und Scannern ermöglicht es Dealern heutzutage, die Karten auf dem Tisch zu lassen, wenn auf einen Blackjack geprüft wird. Spieler können außerdem gemeinsam Karten zählen oder zurückverfolgen, obwohl es für Spieler am gleichen Spieltisch schwerer ist, sich gegenseitig unbemerkt Zeichen zu geben.

Letztlich bleibt zum Betrügen nur zu sagen, dass es tunlichst vermieden werden sollte. Falls Sie bemerken, dass die Spielbank betrügt, verlassen Sie sofort und unauffällig das Kasino. Es lohnt sich fast nie, eine Szene zu machen oder die Behörden zu alarmieren, da es für Spieler extrem schwierig ist, Anschuldigungen zu beweisen. Falls Sie bemerken, dass ein anderer Spieler betrügt, sollten Sie selbst dann, wenn dies zu Ihrem Vorteil geschieht, ebenfalls das Kasino verlassen und vielleicht die Spielbank informieren, um keinen Verdacht auf Sie zu lenken. Ein Spieler, der Karten in der Hand verschwinden lässt, tut dies zugunsten aller Spieler am Tisch – doch letztendlich wird jeder Spieler am Spieltisch verdächtigt, wenn die Karten inspiziert und die Videobänder durchgesehen werden.